Wie wir gehen

Der Fuss ist perfekt dafür geformt, die wichtigste Funktion im Leben auszuführen: Er sorgt für Fortbewegung. Gehen ist eine dieser einfachen und natürlichen Funktionen, die uns plötzlich komplex und unbeholfen vorkommen, wenn wir stehen bleiben, nachdenken und versuchen, die Bewegung in ihre Einzelteile zu zerlegen. Hier ein kleiner Leitfaden zum Thema "Gehen":
  • Das Gehen (oder der Gang) beginnt mit der Standphase - dem Zeitraum, in dem der Fuss Kontakt zum Boden hat. Sie wird in 3 einzelne Phasen unterteilt:

    1. Die Kontaktphase beginnt damit, dass der Fuss mit der Aussenkante der Ferse auf den Boden trifft. Das Schienbein dreht sich einwärts, und der Fuss senkt sich im Subtalargelenk (dem Gelenk, das den Fersenknochen mit dem Talus verbindet). Der Fuss rollt weiter einwärts, bis die Mittelfussknochen das volle Gewicht tragen. Kurz gesagt, hat Ihr Fuss den Stoss des Auftretens aufgenommen, sich an die unebene Fläche angepasst und abgeflacht.
    2. In der Mittelphase verwandelt sich der Fuss vom beweglichen Anpasser in einen starren Hebel. Während dieser Phase dreht sich das Schienbein nach aussen, und der Fuss hebt sich im Subtalargelenk, wodurch sich der Fuss auf die Vorwärtsphase vorbereitet.
    3. Die Vorwärtsphase beginnt mit dem Heben der Ferse, die Muskeln, Bänder und Sehnen werden angespannt. Der Vorderfuss und der Hinterfuss bilden zusammen ein Sprungbrett, mit dem die Zehen das Körpergewicht (vorwärts) vom Boden abheben können.
  • Dann kommt die Schwungphase - der Zeitraum, in dem der Fuss vom Boden abgehoben ist. Nun kann der Fuss seine Position ändern, so dass die Ferse wieder aufsetzen kann. Die Schwungphase wird ebenfalls in zwei Phasen unterteilt:

    1. Beim frühen Schwung haben beide Füsse gleichzeitig Kontakt zum Boden (doppelte Unterstützungsphase). Dieser Zeitraum der doppelten Unterstützung verkürzt sich mit zunehmender Laufgeschwindigkeit. Beim Rennen gibt es schliesslich gar keine doppelte Unterstützungsphase mehr, da beide Füsse sich in der Flussphase vom Boden abheben oder sich in der einfachen Unterstützungsphase nur ein Fuss auf dem Boden befindet.
    2. Bei der späten Schwungphase schliessen sich Vorderfuss und Hinterfuss wieder zusammen und verwandeln den Fuss in einen starren Hebel, womit der Kontaktzeitraum der Standphase vorbereitet wird.

Auch wenn sich das alles ziemlich kompliziert anhört, sollten Sie daran denken, dass der andere Fuss seinen eigenen Ablauf gegengleich durchmacht - wenn der eine Fuss schwingt, kontaktiert der andere, und so weiter. Insgesamt verbringt jeder Fuss während des typischen Gehens etwa 62% der Zeit auf dem Boden und die übrigen 38% in der Schwungphase.